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Begehren in Langzeitbeziehung

Begehren in einer langen Partnerschaft scheint eine DER Herausforderungen für moderne Paare zu sein.

Gerade in einer Beziehung, die durch unsere alltäglichen Herausforderungen wie Kinder, Beruf, Haushalt, Schwiegereltern, Elternabende, Nachmittagsverabredungen und, und, und, schon mehr als voll wirkt.

Und dann ist dieser lange Tag zu Ende, die Kinder schlafen, wir kommen erschöpft von der Arbeit und wir erinnern uns vielleicht daran, heute noch gar nicht ganz wir selbst gewesen zu sein. Der Alltag fordert von uns so viele Rollen, da scheint die nahe liegende Rolle „wir selbst sein, in unserer Essenz“ als eine Anforderung zu viel.

Vielleicht spüren wir auch die Hoffnung unseres Partners, der/die sich wünscht heute Abend auch noch eine besondere Aufmerksamkeit zu bekommen, in der man sich ganz in der Weiblichkeit oder Männlichkeit treffen würde.

Und eigentlich ist die Idee schön, aber die Hoffnung des Einen wird schnell zum Druck des Anderen und das Letzte, was uns in die Stimmung Richtung Sex bringt, ist Druck.

Gedanken

Emily Nagoski spricht von dem Dual-Regulations-System, das wir alle haben. Wir alle haben also Gedanken und Umstände, die uns stimulieren und Gedanken und Umstände, die uns bremsen.

Begehren

Wichtig ist also hierbei, sich selbst die Frage zu stellen: „Was turnt mich an? Und was turnt mich ab?“ Es ist eine andere Frage, als die Feststellung: „Du turnst mich an/ab, wenn…“

Meine Bremse ist angezogen, wenn ich mich um die Kinder kümmere, oder das Baby-Phone mir beim Sex ins Gesicht leuchtet.

Oder,

  • ich meine Emails checke, bevor ich ins Bett gehe.
  • ich an unsere Geldsorgen denke.
  • ich meinen Körper heute nicht mag oder die Art, wie ich über mich und meinen Körper denke.

Begehren bedeutet, zu wollen, wie Esther Perel sagt.

Kompliment

Was sind die Dinge die dir helfen, zu wollen? Wie stehst du zu dir selbst, Deinem Partner, der Welt? Und auf welche Weise fühlst Du Dich nicht berechtigt, etwas zu wollen?

Das Selbstwertgefühl spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Das bedeutet auch, sich selbst die Erlaubnis geben zu wollen.

Um zu begehren, braucht es ein „Ich“, das sich berechtigt fühlt, zu wollen, sich liebenswert fühlt und die innere Sicherheit, dass man es verdient, geliebt zu werden.

Wenn ich selbst nicht mag, was ich sehe, ist es egal, wie oft mir jemand ein Kompliment ausspricht, ich glaube der Aussage oder der Person nicht und werde die Wahrheit an dem Kompliment nicht spüren. Es ist deutlich schwerer zu begehren, wenn man sich nicht begehrenswert fühlt.

Wertschätzung

Sich selbst eine Wertschätzung entgegen zu bringen, ist zentral: Ich bin liebeswert. Ich bin begehrenswert. Ich kann befriedigt werden. Ich will befriedigt werden, weil ich Lust habe und Lust ist unabdingbar für Begehren. Selbstwirksamkeit und Lust sind essentielle Komponenten von Begehren und Begierde.

Wenn Du begehrst, besitzt Du Deine Lust und Deine Begierde. Und das, ist ein wesentlicher Bestandteil von Freiheit.

Sex

Was wir in unseren modernen Beziehungen suchen, sind Begehren, Lust und Verbindung. Auch, nach vielen Jahren in der gleichen Partnerschaft.

Esther Perel sagt: „Sex ist nicht etwas, das man tut. Sex ist ein Ort, an den man geht.“

Also frage dich

„Wo gehe ich hin beim Sex?“ Die Begrenzungen hierbei setzen einzig und alleine wir. „Mit welchem Part von mir bin ich dann verbunden? Was erlebe ich da?“ Es ist eine Erfahrung, welche Erfahrung möchtest du machen?

Autorin

Jamila Mewes
Ich heiße Jamila und bin integrative Paarberaterin und Coach für Persönlichkeitsentwicklung in Berlin, verheiratet mit Tino Mewes und gemeinsam haben wir 3 Kinder. In unserem Podcast INTENSIV GEWOLLT führen wir intime Gespräche und geben Einblicke in unsere Beziehungsthemen und wie wir mit diesen umgehen. Coachinganfragen und mehr zu meiner Arbeit auf: www.jamilamewes.de

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