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Der perfekte Topf ohne Deckel

Chefköchin Nina Meyer

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Erzähl doch mal, wer bist du?

Hi!
Ich bin Nina Meyer. Küchenchefin im Bio-Berghotel Ifenblick, Mama von einem 16-jährigen Sohn und einer 13-jährigen Tochter und 40 Jahre alt. Wir haben einen Hund, leben in einem winzigen Bergdorf in den Allgäuer Bergen und sind eine kleine, kuriosen Familie. Mein Sohn lebt seit gut 2 Jahren überwiegend in Frankfurt am Main und kommt alle 4-6 Wochen zu uns auf Besuch.

Der Vater meiner Kinder und ich haben noch nie zusammen gelebt und haben 2009 unsere Liebesbeziehung beendet. Darauf folgte eine wilde Achterbahnfahrt, in der wir immer versucht haben, unseren Kindern gute Eltern zu sein. Konstantin und Laurenzia-Magenta gehen schon immer auf Montessori Schulen, weil uns wichtig war, die Kinder außerhalb der bekannten Schulwege zu begleiten.

Wie war deine berufliche Situation, bevor du im Bio-Berghotel Ifenblick Chefköchin wurdest?

Als Erstes muss man wissen, dass ich im Hotel aufgewachsen bin. Ich bin die älteste von 4 Geschwistern. Unsere Schwester Bianca hat vor gut 7 Jahren das Hotel unserer Eltern übernommen. Ich bin vor 2 Jahren zurück ins Hotel und habe von unserem Vater die Küche übernommen. Davor habe ich 5 Jahre an der Montessori-Schule in Sonthofen im pädagogischen Bereich gearbeitet und so was in der Art wie „Hauswirtschaftsunterricht“ gegeben.

Außerdem habe ich in der Primaria (Grundschule) als Begleiterin gearbeitet. Dort habe ich unter anderem vorgelesen, gebastelt, Tränen begleitet und für eine gute Atmosphäre in dem Raum gesorgt. Bevor ich das gemacht habe, habe ich eine ganz klassische Ausbildung zur Köchin und Restaurantfachfrau absolviert und einige Stationen in der gehobenen Gastronomie als Köchin durchlaufen. Mit Anfang 20 bin ich nach Zürich auf die Hotelfachschule, um Gastronomie-Management zu studieren. Nach dem Abschluss wurde ich dann direkt schwanger und 16 Jahre später beantworte ich hier deine Fragen. Im Übrigen bin ich in Vierter Generation Köchin. Meine Urgroßmutter, meine Oma und mein Papa sind Köchinnen bzw. Küchenmeister. Kochen scheint ganz klar in meiner DNA festgeschrieben zu sein.

Was ist Ninas Alpine Fusionsküche?

Als Gast im Allgäu erwartet man bestimmte Gerichte. Käs‘Spätzle, Kaiserschmarrn, Knödel, Spätzle, Käsekuchen usw. Diese Erwartung mag ich gerne erfüllen, doch mag ich mich damit nicht einschränken.

Ich kombiniere die Aromen der weiten Welt in meinen Gerichten und habe zum Beispiel „Pilz-Dampfnudeln“ kreiert oder mache Pana Cotta mit Kardamom und Orange. Regionale Verbundenheit und Wurzeln treffen auf internationalen Weitblick.

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Was hat es mit dem Käse-Apfel-Brot mit Butter auf sich?

Das ist eine super Frage und knüpft perfekt beim Thema Wurzeln an. Mein Opa Willi, den ich sehr gern hatte und der mir auch 15 Jahre nach seinem Tod immer wieder fehlt, war ein Verfechter der Ansicht „Butter streicht man nicht, sondern legt sie!“. Damit meinte er, man schneidet ganz dünne Scheiben von der Butter ab und legt sie dann auf das Brot. Er liebte Zopf oder weiches Weißbrot. Butter und weißes Brot waren in seiner Kindheit Luxus und ich glaube, er wollte uns diesen Luxus vermitteln.

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Was war die größte berufliche Herausforderung für dich? 

Die größte berufliche Herausforderung war eine private, die aber mein berufliches Leben stark beeinflusst hat. 2010 wurde klar, das ich das Pensum, dass ich mir selbst auferlegt habe, nicht länger halten kann. Meine Mutter erkannte das und „schleppte“ mich zu verschiedenen Beratungsstellen. 2010 bin ich aus der Geschäftsführung unseres Hotels ausgestiegen. Der Plan war, ich kümmere mich um meine kleinen Kinder und um mich.
Ich hatte – nennen wir das Kind beim Namen – depressive Phasen, einen Burn-out. Mit Unterstützung meiner Familie und dem Beginn meiner Arbeit in der Schule habe ich es durch diesen Sturm geschafft. Die zweit größte Entscheidung war, die Schule – mit ihren sehr angenehmen Arbeitszeiten – zu verlassen und zurück ins Hotel zu gehen. Diese Entscheidung habe ich noch nicht einen Tag bereut.

Wie bringst du Beruf, Familie und Clubhouse ;) unter einen Hut?

Durch die Pandemie ist mein Arbeitsleben natürlich aktuell auf 0 runter gefahren. Somit muss ich nur noch Kinder und Clubhouse managen. Nach der anfänglichen Euphorie und einem sehr ernsten Gespräch mit meiner Tochter habe ich Clubhouse nun auf wenige gezielte Termine reduziert. Meine Tochter war supergenervt, dass ich so viel Zeit mit fremden Menschen verbringe. Sie konnte allerdings auch verstehen, dass es für mich ein wunderbarer Ausgleich zur sonst sehr isolierten Situation ist. Ich mag, dass sich dadurch ganz neue Kontakte und auch so was wie ein digitaler Freundeskreis entwickelt hat.

Nina Meyer Frithjof Kjer Bio-Berghotel Ifenblick Chefköchin alleinerziehend Mutter Work Mom The Parents Next Door Blogazine Mamablog Eltern Lifestyle Diversität Familie Hotel

Bildrechte: Frithjof Kjer

Was würdest du dir wünschen, damit Familie und Beruf sich für Frauen noch besser vereinbaren lässt?

Ich kann da nur sagen, dass ich jeder Frau exakt das wünsche, was sie braucht, um ihre Situation für sich und ihre Kinder (und Partner*in) gut hinzubekommen. Es gibt, glaube ich, keine allgemeine Lösung. Für meine Schwester, welche Unternehmerin (weil Hotelbesitzerin) ist, sind die Bedingungen ganz andere als für eine Frau, welche Lehrerin ist oder welche noch studiert oder Teilzeit in einem Blumengeschäft arbeitet. Ich wünsche mir vonseiten der Ämter, Versicherungen, Krankenkassen und der Regierung die Möglichkeit, viel individueller auf die einzelnen Situationen eingehen zu können. Es ist schlicht weg, ein kompletter Wahnsinn, wenn man alle gleich behandelt, denn dadurch wird es auch wieder ungleich. Es sollten alle fair behandelt werden, das ist sinnvoll!

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