Früher Abschied:
Wie Freunde und Verwandte helfen können.

Janina Rogoll Fehlgeburt Totgeburt Der Verlust eines Kindes The Parents Next Door Bloagzine Eltern

Janina Rogoll, Autorin
Psychologische Psychotherapeutin

Trauer Kindsverlust Tod Fehl- oder Totgeburt - Freunde und Verwandte

Bildrechte: AdobeStock © Africa Studio

Am Ende dieser 3-teiligen Reihe möchte ich noch kurz auf „To do’s“ für Zugehörige hinweisen. Dieses liegt mir besonders am Herzen, weil die nahestehenden Personen tatsächlich sehr viel machen können – ohne das manchmal zu wissen:

In den ersten Monaten:

  • Essen vorbeibringen.
  • Blumen schicken.
  • Gutscheine für das eventuelle Grab schenken.
  • Karten oder Nachrichten schreiben.

Trotz des Verlustes ein Geschenk machen, dass mit dem Kind zu tun hat.

Hier eignet sich zum Beispiel:

  • Eine schöne Mutterpass-Hülle
  • Eine Kerze mit dem Namen des Kindes drauf.
  • Ein Erinnerungsbuch.
  • Ein Bilderrahmen für ein Foto des Kindes.

Wichtige Daten notieren.  Beispielsweise:

  • Den Geburtstag.
  • Den Todestag.
  • Den errechneten Geburtstermin.

Jährlich kann man so den Sternen-Eltern eine kleine Nachricht zukommen lassen.

Das Kind beim Namen nennen. Seine Eltern haben ihn sorgfältig ausgesucht und für sie bedeutet der Name alles.

Vermeiden von gut gemeinten, aber dennoch verletzenden Sätzen, wie beispielsweise „Ihr seid doch noch jung“ oder „Vielleicht sollte es so sein“.

BESSER:

  • Ich bin da“
  • „Es tut mir wahnsinnig leid“
  • „Ich weiß nicht was ich sagen soll“.

Da sein, wenn man kann. Die Eltern haben ihr Kind verloren. Sie möchten nicht noch ihre Freunde oder Familie verlieren. Wenn es einem trotzdem manchmal zu viel wird empfiehlt es sich einen kurzzeitigen Abstand anzukündigen, als einfach so zu verschwinden.

Nichts sagen und da sein. Die Betroffenen erwarten keine Stimmungskanone oder aufmunternden Worte. Die bloße Anwesenheit von Zugehörigen reicht völlig aus.

Nichts sagen und da sein. Die Betroffenen erwarten keine Stimmungskanone oder aufmunternden Worte. Die bloße Anwesenheit von Zugehörigen reicht völlig aus.

Bei allen gut gemeinten Unterstützungsangeboten oder Kontaktangeboten: keine Antwort oder Reaktion erwarten oder gar voraussetzen. Sternen-Eltern registrieren die Hilfen. Dennoch erfordert es viel Kraft überhaupt den Tag zu überstehen. Eine kurze Antwort auf lieb gemeinte Nachrichten kann manchmal einen sehr hohen Kraftakt darstellen.

An dieser Stelle bleibt mir allen Leser*Innen für die Offenheit sich diesem Thema zu widmen zu danken. Insbesondere sind meine Gedanken bei Ihnen, liebe Sternen-Eltern. Ihr Kind musste viel zu früh von dieser Welt gehen. Ich bewundere Ihre tägliche Kraft, Ihren Mut und Ihr Durchhaltevermögen!

Artikel von Janina