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Work and Mom

Gin aus weiblicher Hand.
Dagmar Frangenberg von Ginsanity

Dagmar Frangenberg Ginsanity Köln handcrafted Gin The Parents Next Door Arbeiten Mutter Work Mom Unternehmerin Foto Jennifer Fey

Bildrechte: Jennifer Fey

Erzähl doch mal, wer bist du?

Mein Name ist Dagmar Frangenberg, ich bin seit Januar 50 Jahre alt, verheiratet und lebe mit meinem Mann und unserer gemeinsamen Tochter Ava (7 1/2) in Köln. Ich bin Inhaberin der Gin-Destillerie GINsanity, zuvor habe ich 25 Jahre erfolgreich als Journalistin im TV- und Filmbereich gearbeitet. Privat engagiere ich mich ehrenamtlich als zertifizierte Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche. Beim Verein TrauBe e.V. in Köln betreue ich aktuell eine Jugendgruppe mit neun Mädchen zwischen 13-17 Jahren.

Wie war deine berufliche Situation bevor du Mama geworden bist?

Ich bin erst recht spät mit 42, Mutter geworden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 1 Jahr zuvor meine langjährige Festanstellung als Journalistin gekündigt, um als selbständige größere Film-Doku-Projekte umzusetzen. Das war auch der Grund, warum ich bis eine Woche vor der Geburt gearbeitet habe und auch acht Wochen nach der Geburt sofort wieder eingestiegen bin.

Wie kam es zu GINsanity?

GINsanity entstand aus der gemeinsamen Leidenschaft meines Mannes und mir für guten Gin und gutes Essen. Ich fand schon immer, dass man die meisten Gins nicht pur trinken kann. Und das macht wenig Sinn für mich. Das wäre wie minderwertiges Fleisch zu essen, dessen schlechter Geschmack durch eine darüber gekippte Soße übertüncht wird. Also haben wir damit begonnen, unsere eigene Rezeptur zu entwickeln.
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In nächtelangen Sessions in der Küche viel Eigenstudium und Austausch mit erfahrenen Brennern. 2017 haben wir offiziell gegründet, seit einem Jahr arbeite ich ausschließlich für GINsanity.

Wird es neben dem alkoholfreien Glühgin noch weitere alkoholfreie Gins geben?

Nein, das ist vorerst nicht geplant. Den alkoholfreien Glühgin hatten wir entwickelt, um eventuell stattfindenden Weihnachtsmärkten eine gute, Corona-konforme Alternative für ein Heißgetränk, bei dem man einen kühlen Kopf bewahrt, zu bieten. Es war schwer, dabei unserem Qualitätsstandard nur natürliche Zutaten zu verwenden, treu zu bleiben. Aber wir haben es geschafft. Jetzt konzentrieren wir uns lieber auf die Entwicklung von neuen Gin Sorten sowie einem sehr spannenden neuen Gin Sommerdrink!

Was war der ausschlaggebende Punkt aus der anfänglich Vision/ Idee schlussendlich Nägel mit Köpfen zu machen?

Mit der Entwicklung des Gins und den ersten vorsichtigen Schritten auf dem Markt habe ich gespürt, dass mich dieses handwerkliche Arbeiten und das direkte Feedback der Kunden auf ein Produkt, das ich selbst erschaffen habe, unheimlich erfüllt und zufrieden macht. Auch war es ein tolles Gefühl, nach so vielen Jahren im selben Beruf plötzlich jeden Tag wieder vor der Situation zu stehen, Dinge das allererste Mal zu tun. Das hatte ich lange nicht mehr und mir wurde bewusst, wie sehr ich das vermisst habe. Und davon abgesehen war es für mich ab einem gewissen Punkt auch keine Option mehr, es NICHT auszuprobieren. Dafür haben mein Mann und ich einfach zu viel Herzblut und Leidenschaft investiert.

Was war die größte Herausforderung?

Einen Platz auf diesem auch vor vier Jahren schon recht dichten Markt zu finden. Das ist uns mit unserem Glühgin gelungen, der uns den nötigen Umsatz für weitere Investitionen ins Wachstum beschert hat. Persönlich war es für mich die größte Herausforderung, in dieser doch recht deutlich von Männern dominierten Branche meinen Platz zu finden. Und das Wissen um Deine Zahlen. Wenn man sein Leben lang „nur“ kreativ unterwegs war, dann muss man schon seine Hausaufgaben gemacht haben, um mit Einkäufern, Händlern, Großhändlern der Branche auf Augenhöhe verhandeln zu können.

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Bildcredit: GINsanity

Wie bringst du Beruf und Familie unter einen Hut?

Mal besser, mal schlechter, ehrlich gesagt. Es ist schon eine gewaltige Herausforderung. Meiner Zweitklässlerin die Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, die sie braucht und die ich ihr widmen möchte. So ein neues berufliches Standbein gründest Du nicht nebenbei. Momentan unterstützt mich mein Mann sehr, da er als Einkaufsdirektor für ein amerikanisches Unternehmen im Homeoffice ist und wenig unterwegs ist. Wir machen uns aber schon Gedanken darüber, wie wir das alles gestemmt bekommen, wenn er wieder reist. Aber im Zweifel würde ich mir immer Unterstützung für die Destillerie suchen-bevor die Zeit für Ava zu knapp wird.

Was würdest du dir wünschen, um Familie und Beruf noch besser zu vereinbaren?

Ganz generell mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Verständnis für weibliche Vollblut-Unternehmerinnen. Was den Eiertanz zwischen Mama, Selbstverwirklichung, Pflichtgefühl und Familien-Chefin angeht. Und ein staatliches Betreuungsangebot für unsere Schulkinder, das wirklich Mehrwert bietet und nicht nur ein „Verwahren“ ist. Dann hätte ich sicher weniger häufig ein schlechtes Gewissen. Von mir selbst wünsche ich mir, dass ich es mir in Zukunft auch mal öfter erlauben kann, mir für die Familie und vor allem mein Kind frei zu geben. Das mache ich nämlich wirklich viel zu selten.

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