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Müssen Kinder noch
das handschriftliche Schreiben lernen?

The Parents Next Door akademie lernpaedagogik Bildungsforschungszentrum jurgen moller

Jürgen Möller, Lehrer, Lerntrainer, Bildungsaktivist
Akademie für Lernpädagogik

Smartphone, Tablets und Laptops sind längst aus dem Alltag unserer Kinder nicht mehr wegzudenken. Stundenlang klicken, swipen und tippen sie sich durch ihre virtuelle Realität und die sozialen Medien. Für Kinder und Jugendliche fühlt es sich daher völlig normal an, Texte abzutippen, statt sie mit dem Stift zu Papier zu bringen.

Warum müssen Kinder also noch das handschriftliche Schreiben lernen?

Das Schreiben mit der Hand ist ein motorischer und kognitiver Prozess, der unseren Kindern hilft, sich das Geschriebene besser zu merken. Beim Schreiben – anders als beim Tippen – legen Kinder im Gehirn Gedächtnisspuren an, die wiedererkannt werden, sobald das Kind das Wort erneut schreibt oder liest.

Die Kulturtechnik des Schreibens steckt gegenwärtig jedoch in einer Krise:
In einer Befragung des „Verband Bildung und Erziehung“ sagten rund 85 Prozent der Grundschullehrer*innen, dass Schulkinder heute weniger motorische Kompetenzen zum Erlernen des Schreibens mitbringen als noch vor einigen Jahren.

Dabei ist das Schreiben mit der Hand enorm wichtig, wie ein Experiment der amerikanischen Psychologin Dr. Pam Mueller beweist: Die Forscherin zeigte ihren Studenten Aufzeichnungen von Vorträgen. Die eine Hälfte sollte am Laptop mittippen, die andere mit der Hand mitschreiben. Das Ergebnis: An Fakten wie Jahreszahlen konnten sich alle Studierenden gleich gut erinnern. Wurden die Zusammenhänge jedoch komplexer, schnitten diejenigen, die mit Stift und Block gearbeitet hatten, besser ab!✍️