Selbstliebe

Wie geht das?

Das Wort „Selbstliebe“ schwirrt heutzutage irgendwo zwischen dem Drang einer gesunden Work-Life-Balance und der perfekten (Schein-) Welt der Social Media Landschaft stark durch unsere Sphären und wird gejagt von persönlicher innerer Leere.

Einfach regelmäßig ein Bad einlassen und morgens um 5 Uhr einen selbstgemachten, grünen, healthy Smoothie genießen – schon fühlst du dich besser, entspannter und bist mittendrin in dieser „Selbstliebe“?!

Eines spoiler ich vorweg:

Im Wort und in der Praxis von Selbstliebe steckt viel mehr – so viel mehr Tiefe, so viel mehr Selbst. Sie ist auch kein Bonus den man sich hin und wieder im Leben gönnt, sondern setzt sich aus der Fähigkeit zusammen sich selbst anzunehmen, und zwar mit allen Anteilen von sich selbst und der Bereitschaft sich der eigenen Wahrheiten zu stellen.

Doch wie genau kann das aussehen – wo starten?

Mit dem Bewusstsein darüber, dass wir nie das ideale Bild unserer Selbst werden. Die aller meisten von uns Menschen haben ein Bild von sich im Kopf, wie sie selbst zu sein haben. Dieses wird über die Jahre geformt: aus Kindheitsprägungen und Erziehung, von anderen Menschen, über Werbung und Medien.

Dieses Ideal-Bild beinhaltet u.a. den perfekten Job, den makellosen Körper, das tadellose Haus und allgemein das subjektive Traumleben. Und dieses veridealisierte Soll-Bild gleichen wir dann mit unserem heutigen Ist-Bild ab. Das Ist-Bild hängt dann in der Regel unendlich viele Kilometer dem veridealisierten Soll-Bild hinterher.

Und was macht dieses Ideal in unserem Kopf mit uns?

Wir orientieren uns durch eine verzerrte Realität an einer Scheinwelt, deren Standard wir nie erreichen werden. Das kann langfristig zu einem geringem Selbstwert und der angesprochenen inneren Leere führen. Und genau hier kann Selbstliebe so gesehen als „Brücke“ zu uns selbst dienen und eine gesunde Verbindung zu uns schaffen.

Im ersten Step zu mehr Selbstliebe, benötigt es das Bewusstsein über die Tatsache, dass diese Idealvorstellung (Soll-Bild) und der Ist-Zustand eben keine Symbiose ergeben, sowie die Bereitschaft dieses persönlich veridealisierte Soll-Bild von sich selbst fallen zu lassen – weg mit perfekt!

Weil „perfekt“ eine Illusion ist, die es nicht gibt und nicht erreicht werden kann. Weder ein Mensch, noch das Leben kann jemals perfekt sein. Perfektion ist nicht „natürlich“ – es gibt sie einfach nicht!

Und je mehr wir uns mit dem Gedanken anfreunden, desto gelassener können wir auch uns selbst annehmen.

Also lassen wir die Perfektion los und holen uns dafür etwas anderes ins Haus: Die Verantwortung. Selbstliebe bedeutet nämlich Verantwortung übernehmen. Nur wer die Opfer-Rolle und die Komfortzone verlässt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird in die Selbstliebe kommen.

Damit ist gemeint: Verantwortung für alle Lebensbereiche!

Das eigene Handeln und denken, das Umfeld, die Finanzen, das Körperbild, die physische und psychische Gesundheit. Das bedeutet eben auch, sich unangenehmen Wahrheiten und allen Emotionen und Anteilen von sich selbst zu stellen. Liebe, Wut, Verletzung, Unmut, Freude, Trauer, Scham, Lust, Faulheit usw. gehören dazu.
Das heißt also auch sich nicht ausschließlich Dingen zu widmen die sich gut anfühlen, sondern auch Dingen die richtig sind. Out-of-comfort heißt es ja nicht umsonst. Dies kann Anstrengung bedeuten im Außen, aber auch in der Innenwelt auf emotionaler Ebene.

Also steht bei Selbstliebe Proaktivität und Handeln auf dem Programm. Je mehr du für dich selbst einstehst, desto mehr entdeckst du deinen eigenen Wert.

Oft entscheiden wir uns in den kleinsten Alltagssituation bereits gegen uns selbst. Beginne diese zu hinterfragen.

Wenn ich mich selbst in Gänze lieben würde, …

  • was würde ich jetzt tun?
  • wofür würde ich mich entscheiden?
  • wie würde ich jetzt reagieren?
  • wie würde ich jetzt für mich einstehen?
  • wie würde ich jetzt Antworten?

Das setzt ein gelungenes Szenario der Selbstliebe bereits voraus und die Antworten auf welche du dann kommst, sind deine Wegweiser für den du gehen solltest. Automatisch im Einklang mit dir selbst, mit dem was sich für dich gut und richtig anfühlt.  

Lena Gyselings_Female Empowerment_Weiblichkeit_Akzeptanz_The Parents Next Door_Blogazine

Schaue achtsam in deinem Alltag …

  • wo mache ich mich immer wieder selbst fertig?
  • wo stehe ich nicht für mich ein?
  • wegen was führe ich toxischen Selftalk in meinem Kopf?
  • bei was sage ich „ja“ obwohl ich eigentlich „nein“ fühle?
  • wo untergrabe ich mich und meinen eigenen Selbstwert?

Immer wenn dir eine solche Situationen begegnet, begrenze dich! Sag „Stopp!“ Und schenke dir lieber eine Erfahrung:

Wenn du z.B. eine Person bist die sich selbst tendenziell hinten anstellt, weil sie zu allen anderen immer ja sagt, frag dich in solchen Situation wie du ehrlich zu dir sein kannst und welche Erfahrung du dir stattdessen jetzt schenken kannst.

In diesem Beispiel könnte die Antwort lauten: Ich schenke mir die Erfahrung die Macht des „nein“ sagen zu erlernen und wieder mehr Zeit für mich selbst zu haben!

Hier gelangst du aus einem Mangel- in ein Füllebewusstsein.

Genau so funktioniert es mit Situationen, in denen du dir Dinge verwehrst weil du glaubst sie stünden dir (noch) nicht zu. Wie z.B. eine Reise, eine Weiterbildung für den Beruf den du eigentlich schon immer machen wolltest oder wöchentlich fixe kinderfreie Zeiten.

Auch hier nutze immer wieder die Frage aus Nugget 1: „Wenn ich mich selbst voll lieben würde, was würde ich jetzt tun?“

Antwort: „Ich würde es machen!“

Und so schenkst du dir all diese Erfahrung und Erlebnisse (Nugget 2) und hörst auf dich selbst zu belügen und durchgehend Entscheidung aus einem Mangelbewusstsein zu treffen, welches durch dein Außen konditioniert wurde.

Autorin
Lena Gyselings_Female Empowerment_Weiblichkeit_Akzeptanz_The Parents Next Door_Blogazine

Hi, ich bin Lena Gyselings. Eine Frau, die sich mit Frauen verbindet. Als ehemalige Sozialarbeiterin habe ich irgendwann meinen Weg in den Social Media Dschungel gefunden. Heute bin ich als Content Creatorin und Wegbegleiterin tätig, die Frauen dabei unterstützt ihren Selbstwert wieder zu erkennen und zu stärken. Mein Leitsatz „Dein Spiegel ist deine Beste Freundin.“ begleitete mich durch Women Circles und Workshops sowohl offline als auch online.