Stillen ist Liebe!

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Keine Frage, stillen ist definitiv natürlich, womöglich tatsächlich das allerbeste für das Baby und in manchen Bereichen wirklich praktisch. Was aber nicht heißt, dass Nicht-stillen keine Liebe wäre, keine Nähe schaffen würde und nicht auch schön sein kann. Ich habe 2 Kids und es bei beiden unterschiedlich gehandhabt. Meine Geschichte ist genau für mich richtig und heißt nicht, dass es für andere nicht anders richtig ist.

Bei meiner Tochter gab es für mich keine wirkliche Frage, ob stillen oder nicht. Ich hatte Glück und es funktionierte von Anfang an relativ gut. Zur Hilfe benötigte ich Stillhütchen, diese störten mich aber ganz und gar nicht. Die Vorteile des Stillens lagen bei uns damals definitiv nachts. In unserem Familienbett, welches wir ein halbes Jahr lang pflegten, schlief meine Tochter an der Brust ein und ich mit ihr.

Als unser Sohn sich knapp 2 Jahre später auf den Weg machte, wusste ich erst nicht so recht, ob ich überhaupt stillen wollte. Was mich eher abhielt, war die Tatsache, dass meine Tochter lange Zeit alle 2 Stunden etwas zu trinken wollte und ich doch sehr eingeschränkt war. Und nachdem ich nicht so gerne in der Öffentlichkeit stillte, war mein Aktionsradius sehr gering. Was mich dann letztendlich überzeugte, waren einfach die super Nächte, die wir von Anfang an bei meiner Tochter hatten. Gesagt, getan, ich stillte wieder, wie ca. 3 Jahre zuvor mit Stillhütchen. Allerdings fing es nachts schnell an umständlich zu werden.

Um meinen Sohn anzulegen, verging manchmal etwas Zeit, da er nicht richtig andocken wollte und wenn es dann klappte, rutschte er schnell wieder ab. Somit wurde er ungeduldig und fing an zu weinen. Ich selbst merkte, wie ich von mal zu mal nervöser wurde und somit klappte es teilweise gar nicht mehr richtig. Obwohl unsere Nächte nie wirklich schlecht waren, kam immer öfter der Gedanke in mir hoch, doch abzustillen. Tagsüber wollte er meist nur an einer Seite trinken, war dann unzufrieden, wollte aber die zweite Seite gar nicht probieren. Ab einem ähnlichen Alter, wie bei meiner Tochter, fing ich auch wieder an die Flasche zu geben und mehr und mehr merkte ich, dass es allgemein für unser Familienleben einfacher so war. Es machte gemeinsame Familienausflüge am Wochenende oder Spieldates für mich leichter. Ich musste nicht jedes Mal meine Stillhütchen auspacken und versuchen ihn anzulegen.

Als ich noch stillte, versuchte ich es Nachts mit der Flasche, um zu sehen, ob es einfacher werden würde. Somit fiel bei mir nach 2,5 Monaten die Entscheidung abzustillen. Innerhalb weniger Tage schoss keine Milch mehr ein und es fühlte sich noch immer gut und richtig so an. Obwohl ich gestehen muss, dass ein klein wenig Melancholie mit schwelgte, als ich die Stilloberteile, BHs, Handpumpe und Einlagen wegpackte.

Bereue ich es, so früh abgestillt zu haben? Nein, definitiv nicht. Bereue ich es, wie bei meiner Tochter gemacht zu haben? Nein, definitiv auch nicht. Ich behaupte auch, ich liebe beide meiner Kinder gleich. Habe zu beiden ein gutes Band und auch das Fläschchen geben ist schön. Meine Geschichte habe ich niedergeschrieben um weder zu polarisieren, noch irgendjemandem aufzeigen zu wollen, was der richtige Weg ist. Stillst du gar nicht oder 3 Jahre – es ist völlig schnuppe, du und dein Kind müssen sich wohl fühlen und es muss sich vor allem für euch als Familie richtig anfühlen.

Beitragbild: mit freundlicher Bereitstellung durch Cosyfoxes. Fotograf: Petra Rühle

Autorin

CosyFoxes Backen

Auf CosyFoxes schreibt Doris über verschiedene Themen des Alltags mit Kindern, von Lieblingsrezepten über DIY-Ideen bis hin zu Lifestyle. Darüber hinaus berichtet Doris über die neuesten Trends bei Kinderwagen, Kinderkleidung und all den anderen Dingen, die sie im Leben als Mutter braucht.

Das Beitragsbild wurde zur Verfügung gestellt von Petra Rühle / Doris Paesen