trans* Diskriminierung

Diskriminierung ist für trans* Personen das täglich Brot. Sie werden oft ausgegrenzt, weil sie ihr eigenes Ding machen. Anders sind, nicht normal. Oftmals passiert es das sie auf offener Straße beleidigt gar angegriffen werden, oder eben online, durch Kommentare und Privatnachrichten.

Ich habe das Glück, durch mein Passing in der Offlinewelt wenig damit zutun zu haben. Dass ich ein gutes Passing habe, bedeutet, dass ich den stereotypischen Merkmalen einer Frau entspreche. Ich falle als trans* Frau im Vergleich zu cis Frauen nicht wirklich auf.

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Bild: Patti-Saoirse

Es gibt viele trans* Frauen, die “kein gutes” Passing haben. Das heißt: Sie unterscheiden sich stereotypisch von anderen Frauen, weil sie  stereotypisch mehr männliche Merkmale haben. Tiefere Stimme und Bartwuchs sind zwei der auffälligsten Merkmale. Anlass für einige Menschen,  trans* Menschen zu diskriminieren. Gerechtfertigt ist das definitiv nicht. Stereotype sind Menschen gemacht und am Ende entscheiden wieder Menschen darüber, wer diskriminiert wird und wer nicht.

Manchmal kommt es mir so vor, als hätte die Menschheit ein Regelbuch darüber, wie Mann und Frau zu sein haben. Dabei übersieht sie, dass keine Person diesen Regeln wirklich entspricht.

Sehr oft heißt es: „trans* Personen nehmen cis Personen etwas weg.“
Trans* Personen nehmen niemanden etwas weg. Wir nehmen uns nur das, was uns von Geburt an zusteht. Das, was allen von Anfang an zu steht. Glücklich sein. Der minimale Unterschied ist, dass trans* Personen dafür kämpfen müssen. Für jeden von uns läuft im Leben mal etwas nicht so, wie wir es erwarten oder es uns wünschen, für uns trans* Personen findet das dann nur schon sehr früh im Leben statt und wir brauchen eine gewisse Zeit, um das zu realisieren und zu verstehen.
Die Hilfe von jeder einzelnen Person, die uns auf diesem Weg unterstützt, erleichtert uns diesen Kampf.

Eine weiteres Argument ist, dass trans* Personen das Rollenbild von Mann und Frau zerstören würden, gerade wenn Personen involviert sind, die sich als nicht-binär identifizieren. An diesem Rollenbild wollen viele festhalten. Dass diese Rollenbilder genauso Menschengemacht sind wie Stereotype ist sicher klar. Genauer gesagt von cis Personen. Wir trans* Personen wollen das was sich für uns richtig anfühlt. Wir selbst sein. Genauer gesagt wollen wir, dass jede Person eben so sein kann, wie sie eben möchte. Bedeutet, dass wir in diesem Denken auf keinen Fall cis Personen ausgrenzen wollen. Wer wären wir, uns über andere Personen zu stellen.

Wenn Menschen, die sich mit ihren geborenen Geschlechtsmerkmalen identifizieren, für ein Leben mit diesen Rollenbildern entscheiden und damit glücklich sind, dann ist es eben das Richtige für diese Personen. Jeder Mensch soll die für sich richtige Rolle finden. Ob cis oder trans*.

Würde man die Diskriminierung von trans* auf cis Menschen spiegeln, würde es so aussehen, dass cis Personen dafür beleidigt werden, dass Männer Hosen statt Kleider tragen, Frauen Kleider statt Hosen und Jungs lieber mit Autos spielen, als mit Puppen.

Wir müssen nicht alle alles toll finden. Wir müssen lernen, das vieles im Leben eine Daseinberechtigung hat. Wenn z. B. Lady Gaga ein enges Latexkleid auf einer Veranstaltung trägt, ist es völlig in Ordnung, das nicht zu mögen. Ändert diese Aussage Lady Gagas Sicht darüber, dass sie das Outfit schön findet? Ich denke nicht.
Würde also eine negative Aussage, über Menschen die als Mann geboren wurden, sich aber als Frau fühlen, etwas daran ändern, dass sie sich dem anderen Geschlecht zugeordnet fühlen? Ich denke auch nicht.

Fakt ist, dass wir bei anderen Menschen nicht beeinflussen können, worauf sie Lust haben.
Man selbst möchte ja auch nicht darin eingegrenzt werden, was man macht, nur weil es andere nicht gut finden. Es würde uns Menschen eher deprimieren und unglücklich machen.
Deswegen lasst uns doch einfach gegenseitig dabei helfen, glücklich zu sein.

AutorIn

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Ich heiße Patti-Saoirse [‚patti ˈsiːrʃə]. Der Name Saoirse stammt aus dem irischen und bedeutet „Freiheit“. Ich habe mich in meinem Leben viel mit mir und meiner Situation auseinander setzen müssen, deshalb möchte ich anderen trans* Personen Mut machen.

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