trans* Identität

31. März Internationaler Tag der Sichtbarkeit von trans* Personen

ins Leben gerufen von Rachel Crandall im Jahr 2009. Seitdem wird dieser Tag jährlich von trans* Personen auf der ganzen Welt zelebriert. Es sind Menschen, die von der Gesellschaft immer wieder für ihre Identität diskriminiert werden.

Identität begleitet uns unser ganzes Leben. Sie ist immer da, immer präsent. Für die einen auffälliger, für andere weniger. Identität ist relevant. Sie zeigt uns, wie wir uns sehen, wie unsere Werte sind, wie wir uns vor anderen geben und welche Rollen wir leben.

Wer bin ich? Womit identifiziere ich mich? Welche Rolle passt zu mir?

Elternteil? Lehrer:in? Beste:r Freund:in? Schwester oder Bruder? Verkäufer:in?
Ich bin mir sicher, dass jeder von uns sich mit mehreren Rollen identifizieren kann.

Neben all diesen Identitäten, die unser denken und handeln im Leben beeinflussen, gibt es eben auch die Geschlechtsidentität. Die Geschlechtsidentität zeigt uns, welchem Geschlecht wir uns zugehörig fühlen ob männlich, weiblich, nicht-binär, egal welches Geschlechtsmerkmal bei der Geburt erkannt und in die Geburtsurkunde eingetragen wurde.

Das Geschlecht des Menschen ist allgegenwärtig. Die Geschlechtsidentität ist nicht sichtbar, aber sehr relevant. Ein Beispiel: Wenn ich meinen dicken Zeh bewegen möchte, kommt der erste Impuls aus meinem Gehirn. Dieser Impuls wird an meinen dicken Zeh weitergegeben und ich bewege ihn. Wir denken nicht darüber nach, es passiert einfach und genauso ist es mit der Geschlechtsidentität.

Cis Personen sind Menschen, die sich mit ihrem Geschlechtsmerkmal identifizieren können. Sie spüren und nehmen sich an, wie sie sind.

trans* Personen sind die, die sich nicht mit dem angeborenen Geschlecht identifizieren können. Irgendwann schickt das Gehirn Impulse, dass da etwas nicht stimmt. trans* Personen sind verwirrt, fühlen sich mit dem Geschlechtsmerkmal unwohl und stoßen es vielleicht ab. Etwas fühlt sich nicht richtig an. Sie fühlen sich nicht vollständig.

Die Stereotypen, die von außen auf einen einprasseln, machen das Ganze nicht einfacher, teils sogar unerträglich. Was sehr belastend sein kann, weil man mit sich selbst einfach nicht im Reinen ist.

Es ist mit Platzangst zu vergleichen. Man fühlt sich beengt gefangen und das in seinem eigenen Körper. Keine Chance, das angeborene Geschlecht, das wie ein Klotz am Bein hängt, abzuschütteln oder zu ignorieren.

Während du versuchst, einen Weg zu finden, mit dir und deinem Körper ins Reine zu kommen, knallen häufig ausgesprochene Gedanken anderer Menschen auf dich ein. Gedanken, die als persönliche Meinung vermittelt wird, die dich treffen können. Ungefilterte Gedanken, die mir nichts, dir nichts in dein persönliches Empfinden eingreifen, wie:

Hör auf zu sagen, du bist eine Frau! Du hast einen Penis, also bist du ein Mann.

Du kannst dich gerne mit Kleidern kleiden, das macht dich wegen deines Penis aber noch lange nicht zur Frau!”.

Viele andere Personen wollen einem vorschreiben: wie man sich zu fühlen hat, wie man sich am besten gibt, kleidet oder lebt. Schwatzen einem auf, dass es sicherlich Sinn machen würde, eine Therapie zu machen.
Wenn ich sage: „Mir ist kalt.“, antwortet ja auch keiner darauf: “Bist du doof! Wie kann dir kalt sein?” So banal das nun klingen mag, aber hier geht es um reines empfinden. Der Unterschied ist, Kälte kann fast jede Person empfinden bzw. nachempfinden.

Das ein Mensch sich mit dem eigenen Geschlecht nicht wohlfühlt, kann nicht jeder nachempfinden.

Es ist außerhalb der Lebenswelt vieler Menschen. Was auch nicht schlimm ist, man kann und muss nicht alles nachvollziehen können. Allerdings ist es auch keine Entschuldigung dafür, dass man seinen Mitmenschen keinen Respekt entgegenbringen kann. Wir Menschen sind Individuen. Jeder denkt, fühlt und sieht Dinge anders. Solange niemand bei diesen Handlungen, zu schaden kommt oder dadurch im Nachteil ist, braucht man dagegen also keine Einwände haben.

Wir wollen schlussendlich doch alle nur eines im Leben: Glücklich sein!
Und es wäre doch viel schöner, uns einfach gegenseitig auf dem Weg dahin zu unterstützen, indem wir uns gegenseitig zuhören und gegenseitig auf unsere Bedürfnisse achten.

Wir wollen schlussendlich doch alle nur eines im Leben:
Glücklich sein!

Und es wäre doch viel schöner, uns einfach gegenseitig auf dem Weg dahin zu unterstützen, indem wir uns gegenseitig zuhören und gegenseitig auf unsere Bedürfnisse achten.

AutorIn

The Parents Next Door Blogazine Eltern Familie Gesellschaft Patti-Saoirse trans* Person Frau Mensch

Ich heiße Patti-Saoirse [‚patti ˈsiːrʃə]. Der Name Saoirse stammt aus dem irischen und bedeutet „Freiheit“. Ich habe mich in meinem Leben viel mit mir und meiner Situation auseinander setzen müssen, deshalb möchte ich anderen trans* Personen Mut machen.

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