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Work and Mom

Der Mut zur Selbstständigkeit
Friederike von Glüxwurm

Erzähl doch mal, wer bist du?

Hej, hej mein Name ist Friederike, befinde mich mitten in meinen 30ern und ziehe ganz bald mit Kind und Mann von der Stadt aufs Dorf.

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Bildrechte: Vidhya Schröder

Wie war deine berufliche Situation bevor du Mama geworden bist?

Die letzten Jahre war ich für ein mittelständisches Unternehmen im Bereich Marketing tätig. Studiert habe ich BWL und war dann einige Zeit im Vertrieb unterwegs. Landete dann irgendwie in einer Kreativ Agentur. Unterschiedliche Jobs, alle hatten eins gemein: Vollzeit angestellt, Montags bis Freitags den Bürostuhl von links nach rechts drehen. Dann wurde ich 2016 Mutter und stieg erstmal ein Jahr aus. Ich dachte nie groß darüber nach, wie es weitergehen kann. Also folgte der klassische Wiedereinstieg in Teilzeit, mit einem Unterschied: innerhalb der Elternzeit entdeckte ich das kreative Arbeiten an der Nähmaschine wieder für mich und gründete noch im Mutterschutz den „Glüxwurm“.

Wie kam es zu Glüxwurm?

Die Story zu dieser Brand ist relativ langweilig. Ich war schwanger. Empfand pures Glück und der Spitzname des Babys war eine ganze Zeit lang Wurm.
Den Vertrieb startete ich damals über Instagram. Meine Tochter kam auf die Welt und aufgrund der neuen Situation, dem Schlafmangel und einem wilden Baby stand die Nähmaschine gute sieben Monate still. Keine Energie. Keine Motivation. Keine kreativen Ergüsse. Schlichtweg: keinen Bock.
Kurz vor der Rückkehr ins Büro aber wollte ich weitermachen. Weitermachen mit dem, was mir in der Schwangerschaft soviel Spaß bereitete und mir ein kleines zusätzliches Taschengeld einbrachte. Also meldete ich die ganze Nummer offiziell an und begann parallel zu meinem 20h Job im Marketing, ein Business im Bereich „Handmade Kids Fashion“ aufzubauen. Völlig unbeabsichtigt und ohne Visionen oder gar Strategien entwickelte sich der Glüxwurm zu einem lukrativen Kleingewerbe. Der ursprüngliche Job im Marketing brachte mir immer weniger Spaß. Es fand keine Entwicklung statt. Nichts Neues, nichts Spannendes.
Bis ich Anfang 2019 feststellte, dass ich mich im Job langweilte und es kaum erwarten konnte, Feierabend zu machen und noch ein bis zwei Stunden für den Glüxwurm aktiv zu werden.

Mitte 2019 war dann klar, dass eine Entscheidung getroffen werden muss: sowohl zeitlich als auch emotional musste ich festlegen, in welche Richtung das Unternehmen laufen soll. Ganz oder gar nicht. Die Zahlen zeigten, dass ich entweder die Bremse ziehen muss, um im kommendem Jahr nicht in eine Umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen zu rutschen (und damit noch mehr Büroarbeit an der Backe zu haben) , oder aber meinen Hauptjob an den Nagel zu hängen, um meiner Leidenschaft voll und ganz nachzukommen.
Wollte ich meine knapp bemessene Zeit wirklich einem Job widmen, der mich in keinster Weise voranbrachte?

Der mich immer mehr frustrierte? Oder wollte ich mein Leben in die Hände nehmen und auch mal was riskieren? Wie groß kann das Risiko schon sein, wenn die wachsenden Zahlen, seit der Gründung Monat für Monat ein eindeutiges Signal setzten?

Also kündigte ich meinen Job. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Frei. Ich fühlte mich frei. Im Denken und Handeln. Auch wenn das Wasser, in welches ich plumpste, erstmal recht kalt war. Um das ganze Drumherum als selbstständige Unternehmerin hatte ich mir im Vorfeld nämlich wenig Gedanken gemacht. Learning by Doing. Nun denn, wunderbare Kontakte – auch innerhalb der Handmade Community bei Instagram – brachten mir nicht nur schlaflose Kreativ- Nächte, sondern auch wahnsinnig viel Knowhow in Bereichen wie: Buchhaltung, Steuern, Versicherungen, Marketing usw.

Seit Dezember 2019 läuft der gesamte Vertrieb mittlerweile über einen „echten“ Shop, auf den ich wahnsinnig stolz bin.

Irre viel Arbeit habe ich mir damit selbst abgenommen, sodass ich mich nun weiter auf die schönen, kreativen Dinge konzentrieren kann.

Als besonders herausfordernd empfand ich, in der Anfangszeit Arbeit und Hobby zu trennen. Vielleicht ist das sogar jetzt noch so. Ich würde, wenn die Zeit es zulassen würde, den ganzen Tag „arbeiten“. Weil es sich nicht nach Arbeit anfühlt. Und ich glücklich bin mit meinem Beruf. Selbst die oft verhasste Buchhaltung bringt mich nicht aus dem Konzept.

Es gibt für mich klare Arbeitszeiten im Atelier – nur so schaffe ich es Beruf und Familie harmonisch zu verbinden.
Der Arbeitstag beginnt am Morgen gegen 9 Uhr, wenn Tilda im Kindergarten ist und endet meist zur Abholzeit um 13 Uhr.
Wobei ich mir die Tage recht flexibel halte. Ich entscheide oft spontan, wie ich wo meinen Arbeitstag organisiere, manchmal sitze dann am Abend, am Handy und arbeite an meinen Projekten.

Ein riesiger Vor- und zugleich Nachteil: als selbstständiger Unternehmer:in arbeitet man- oder zumindest ich – selbst und vor allem ständig. Das dieser allgemein bekannte Spruch sich bewahrheitet… ohne extreme Selbstdisziplin schafft man es nicht. Mein Business lässt sich ganz wunderbar mit Familie, Freunde, Freizeit und Hobby vereinbaren. Selten bin ich gestresst. So gut wie nie lustlos, und wenn doch, nehme ich mir ein paar Stunden frei und mache das, wonach es mir strebt. Das Jahr 2020 war bis dato ein wildes Jahr. Wochen ohne Kinderbetreuung liegen hinter uns. Kräftezehrend und doch bin ich dankbar, 2019 den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen zu sein. Denn spätestens im März 2020 ohne Kindergarten hätte ich mich entscheiden müssen: mit oder ohne Glüxwurm. Beides hätte so nicht hingehauen.
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Bildrechte: Vidhya Schröder

Meine Ziele? Ich möchte gerne lernen abzugeben. Arbeit und Entscheidungen. Ich würde gerne, noch intensiver mit anderen Künstlern zusammenarbeiten. Aktuell habe ich zwei ganz wundervolle Schneiderinnen an meiner Seite, die mir einige Projekte abnehmen und gleichzeitig überhaupt erst für mich möglich machen.

Denn eines soll sich auch in Zukunft nicht ändern: meine Freiheit, den Tag genau so zu gestalten wie es Spaß bringt. Ein stressfreier Arbeitstag und im Anschluss ein entspannter Feierabend mit Familie und Freunden, dass ist meine Vision.

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